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Foliendruck - und Verarbeitung - Suppenhuhn

kreative Ausbrüche zum nachmachen...

Foliendruck - und Verarbeitung - Suppenhuhn

Beitragvon Bastelmiri am Freitag 12. September 2008, 22:01

BildSuppenhuhn zeigt uns wie wir Folie mit dem Drucker bearbeiten können :

mit Folie und Standard-Software lassen sich allerhand tolle Effekte erzielen. Wie ihr mit Microsoft Photo Editor (Standard bei Windows XP) und Microsoft Word Durchblick in eure scrappigen Projekte bringt, versuche ich euch hier ein bisschen näher zu bringen.

Vorbemerkungen:

Um Schäden am Drucker zu vermeiden, bitte unbedingt darauf achten, die für den jeweiligen Drucker geeignete Folie zu verwenden. Folien für Tintenstrahldrucker und Laserdrucker sind unterschiedlich. Tintenstrahlfolien haben zwei unterschiedliche Seiten, eine glatte und eine etwas aufgeraute. Sie lassen sich nur auf einer Seite bedrucken, nämlich auf der rauen. Laserdruckerfolien können normalerweise auf beiden Seiten bedruckt werden.

Auf keinen Fall sollten andere Folien, z. B. Deckfolien für Bindegeräte, bedruckt werden, da diese den Drucker beschädigen können.

Geeignete Folien können in Farbe oder Schwarz/Weiß bedruckt werden. Im Folgenden wird beschrieben, wie ein Farbfoto zum Drucken in ein stempelartiges Schwarz/Weiß-Motiv umgewandelt werden kann und wie einige Hürden des Foliendrucks genommen werden können.

Material:
Bedruckbare Overhead-Folie (je nach Drucker die geeignete Folie)
Foto-Datei

Werkzeug:
Windows Photo Editor
MS Word oder Powerpoint

Arbeitsschritte:

1. Bild bearbeiten
Originalfoto in Photo Editor öffnen, z. B.
Bild

Aus dem Menü "Effekte" den Menüpunkt "Stempel..." auswählen.
Bild

Hell/Dunkelausgleich und Weichzeichnungsgrad anpassen und mit einem Klick auf "Vorschau" kontrollieren, ob man den gewünschten Effekt erzielt hat.
Bild

Anschließend auf "Übernehmen" klicken.
Bild

Falls man mit der Aufteilung von Schwarz- und Weißanteil unzufrieden ist, kann man die beiden Farben auch umkehren mit "Effekte" – "Negativ..." und OK.
Bild

Bild

2. Vor dem Druck

Man sollte sich vorher überlegen, wie rum man die Folie später auf sein Scrap-Objekt auflegen möchte. Bei Tintenstrahldruckern empfiehlt es sich, die bedruckte Seite nach unten zu legen, damit die Tinte geschützt ist. In diesem Fall muss das Motiv eventuell vorher noch gespiegelt werden mit "Bild" – "Drehen..." – "Spiegeln" – OK.
Bild

3. Drucken
Jetzt geht es ans Drucken. Zunächst ein neues Word-Dokument öffnen und mit "Einfügen" – "Grafik" – "Aus Datei..." die Datei auswählen. Größe anpassen.

Am besten macht man jetzt einen Probedruck auf Normalpapier, um eine Vorstellung von der Größe der Grafik zu bekommen. Zum Tintesparen bei einem Tintenstrahldrucker den Entwurf-Modus auswählen.

Wenn man mit der Größe zufrieden ist, die Seite auf Folie drucken. Nochmal zur Erinnerung: Bei Tintenstrahldrucker-Folien wird die etwas raue Seite bedruckt, nicht die glatte! Ideal für Foliendruck ist die größtmögliche Qualität, die der Drucker zu bieten hat.

4. Und wie fügt man Schrift hinzu?
Manche Drucker können spiegelverkehrt drucken. Wenn ein Drucker es nicht kann, muss man etwas tricksen, um Schrift spiegelverkehrt zu bekommen. Eine Möglichkeit ist es, den Text in WordArt zu schreiben und dann zu drehen. Diese Möglichkeit hat allerdings auch ihre Nachteile – es ist relativ aufwändig und auf eine Schriftgröße beschränkt. Die Formatierungsmöglichkeiten sind ebenfalls recht gering.

In Word hat man wesentlich mehr Möglichkeiten, Schrift nach Wunsch zu formatieren, und man kann auch recht einfach über einen kleinen Umweg gespiegelte Schrift machen.

Zunächst schreibt man den Text wie gewünscht und formatiert ihn, etwa so:
Bild

Dann macht man einen Screenshot durch Druck auf die Taste "Druck/S-Abf" auf der Tastatur. Diese befindet sich rechts über dem Nummernblock. Man hat jetzt sozusagen den gesamten auf dem Bildschirm sichtbaren Inhalt "fotografiert", natürlich auch eine Menge Dinge, die man nicht braucht.

Jetzt den Microsoft Photo Editor öffnen und im Menü "Bearbeiten" den Menüpunkt "Als neues Bild einfügen" auswählen. Das "Bildschirmfoto" erscheint. Wenn man die Schaltfläche "Markieren" in der Mitte der Symbolleiste klickt, kann man den gewünschten Teil auswählen: Mauszeiger dahin bewegen, wo die linke obere Ecke des Ausschnittes hin soll, linke Maustaste drücken, gedrückt halten, in die gewünschte rechte untere Ecke ziehen und loslassen.
Bild

Im Menü "Bild" den Menüpunkt "Zuschneiden" auswählen und OK klicken – der Ausschnitt wird einzeln angezeigt und kann dann mit Bild – Drehen – Spiegeln – OK gespiegelt werden.
Bild

Den gespiegelten Text kann man jetzt als Grafikdatei abspeichern und wie oben beschrieben in ein Word-Dokument einfügen und drucken. Wenn der Text auf dieselbe Folie soll wie das Bild, empfiehlt es sich, vorher auf Normalpapier zu drucken und die Folie mit dem Bild darüber zu legen, um auszuprobieren, ob die Position stimmt. Wenn alles stimmt, die Folie noch mal in den Drucker einlegen (vorausgesetzt, die Tinte ist trocken!) und den gespiegelten Text aufdrucken.

Grund für den Umweg mit dem Zweimaldrucken: Da mit der oben beschriebenen Methode der Hintergrund der Grafik weiß ist und nicht transparent, ist es in nicht möglich, das bearbeitete Foto und den gespiegelten Text gleichzeitig in das Word-Dokument einzufügen, wenn der Text das Bild teilweise überlappt.

Etwas eleganter kann man die Positionierung mit Powerpoint machen, indem man das bearbeitete Foto und den Text in eine Präsentationsdatei einfügt (Ablauf wie in Word) und zurechtschiebt. Hierbei ist es unerheblich, ob die beiden Grafiken überlappen. Die Seite (bzw. sinnigerweise "Folie" in Powerpoint) dann einmal kopieren, auf einer Folie den Text löschen, auf der anderen das Bild. Anschließend die Powerpoint-Folien nacheinander und einzeln auf die gleiche Druckerfolie drucken.

5. Arbeiten mit der bedruckten Folie
Wie bereits erwähnt ist bei einer mit dem Tintenstrahldrucker bedruckten Folie die Druckseite empfindlich, d. h., man sollte vermeiden, dass die Tinte mit Flüssigkeiten in Berührung kommt. Vor äußeren Einflüssen kann man den Druck durch Umdrehen schützen. Aber auch bei der Verwendung von Kleber oder anderen flüssigen Materialien ist Vorsicht geboten.

Im Beispiel wurde die Folie umgedreht auf Graupappe befestigt, die vorher bestempelt und mit Stempeltinte gefärbt wurde.
Bild

Die Stempeltinte muss vor dem Befestigen der Folie gut trocknen, um Verschmieren zu vermeiden. Anschließend wurde die Folie am rechten Rand mit zwei Eyelets und am linken Rand (später unter dem Buchbinderleinen verschwunden) mit doppelseitigem Klebeband befestigt.

Die meisten Kleber sieht man durch die Folie, auch angeblich unsichtbaren Vellum-Kleber. Flüssigkleber, z. B. Glossy Accents, ist bei Tintenstrahldrucken für die bedruckte Seite grundsätzlich ungeeignet, da die Tinte verschmieren würde. Auf der unbedruckten Seite geht es aber und hält gut.

Klebestellen müssen also entweder irgendwie verdeckt werden können, z. B. mit Motivpapier, oder ganz vermieden werden. Mit Eyelets, Brads oder einem Tacker lässt sich Folie gut befestigen, zudem kann man damit noch andere interessante Effekte erzielen.

Im Beispiel geht die Folie bis exakt an den Rand der Pappe, und da sie nicht rundherum befestigt ist, ist etwas "Spiel" zwischen Pappe und Folie. Man kann dies nutzen, um z. B. noch etwas dazwischenzuschieben. Ansonsten ist das "Spiel" aber eher nachteilig und kann bei häufigerem Aufklappen des Albumdeckels zu Schäden an der Folie oder der Pappe führen, etwa wenn man irgendwo hängen bleibt.

Abhilfe kann man schaffen, indem man die Ränder der Pappe großzügig mit Flüssigkleber (bevorzugt Glossy Accents o.ä.) bestreicht und dabei darauf achtet, dass der Kleber nur den Rand der Folie berührt und nicht zwischen Folie und Pappe gelangt. So versiegelt man den Albumrand.

Bild

Statt als Albumeinband kann man bedruckte Folie anderweitig vielseitig einsetzen, z. B. zum Erstellen von eigenen Overlays für Layouts etc. oder Textfenstern in Karten. Zusätzlich zum Druck können auch noch Motive mit Staz On aufgestempelt werden oder man kann mit einem Folienschreiber auf dem Motiv oder drumherum doodeln.

Entdecke die unbegrenzten Möglichkeiten
Diesen Workshop könnt ihr hier als PDF-Datei herunterladen.
Gruß,
Tamara

Ergänzend zum Workshop möchte ich auch noch erwähnen, dass man die bedruckte Folie hinterher auch noch mit Acrylfarbe anmalen kann. Es funktioniert auch bei Tintenstrahldrucken, man muss die Tinte nur sehr sehr gut trocknen lassen.

Ein Beispiel ist unter "Sonstiges Scrapping" zu sehen, wo ich den Text spiegelverkehrt aufgedruckt habe und dann noch Farbe drübergepinselt habe. Leider habe ich nicht lange genug gewartet mit dem Trocknen des Drucks, aber bei einem Schmier-Objekt ist das ja nicht schlimm
Liebe Grüsse
Miri

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